Sonntag, 20. September 2009

Kuchen, Schwimmen, Seminar

Die letzte Woche war ich in Ollerup bei meinem EVS-Seminar (ich mach ja irgendwie auch einen european-voluntary-service). Das Seminar war eigentlich ganz cool, aber ich bin etwas seminar-müde. Auswahlseminar in Weimar, Vorbereitungsseminar in Weimar (beide von der Diakonie), dann das EVS-Seminar im Wendland und dann eine Woche von der Diakonie in Dänemark. Ich war also grad zwei Wochen in meiner Stelle, hatte mich etwas eingelebt und schon wieder hatte ich ein Seminar. Das Haus und das Essen waren super. Wir waren in einer Art Privatschule für Gymnastik und durften die fetten Trampolinanlagen benutzen (wenn das Programm uns mal etwas Zeit gab und grad keine Schüler übten => das war nur ein einziges Mal der Fall). Schwimmen im hauseigenen Pool wurde für mich ein fester Teil des Abendprogramms und auch in den Genuss der Sauna bin ich gekommen :-)
Inhaltlich gab es nicht unbedingt so viel Neues. Was sind meine Erwartungen, warum bin ich hier, was erwartet mein Arbeitgeber, was das EVS-Programm von mir, wie stets mit meinen Versicherungen, wann gibt es die Yellowcard, wie gefällt mir meine Arbeit...Auch beschäftigten wir uns mit „cultural differences“ -Geert Hofstede kannte ich da noch vom letzten Seminar. Aber ich habe gelernt, dass die Dänen eine „low power distance“- Beziehung in ihrer Kultur pflegen. Sprich: Teamwork. Das führt im Bezug auf die Freiwilligen oft zu Problemen, da der Chef keine klaren Ansagen macht was eigentlich die Aufgaben sind und der Freiwillige zurückhaltend ist und eher „gehorcht“. Außerdem haben die Dänen eine sehr Individuelle Kultur. Karriere und die eigenen Ziele sind „dem Dänen an sich“ sehr wichtig. Aber jetzt denkt nicht die Dänen seien egoistisch! Nein, nein. Durch die hohen Steuern (die auch die große Mehrheit der Bevölkerung als richtig ansieht) wird versucht der Bevölkerung die gleichen Chancen auf eine gute Bildung und ein gleichberechtigtes Gesundheitssystem zu gewähren. Ob das so klappt sei erstmal dahingestellt, aber den Ansatz finde ich faszinierend und absolut richtig! Das letzte zeichnet Dänemark übrigens als einen sehr femininen Staat aus :-)
Was hab ich sonst noch so gelernt…

- Die Dänen sind wie ne Flasche Ketchup. Erst kommt nichts raus und dann alles :-)

Und die Einwanderungsbehörde hat seit dem ersten Juli keine Anträge mehr bearbeitet…Sehr schön, wann bekomme ich denn endlich meine Yellowcard (das ist die Krankenversicherungskarte, ohne die ich keinen Sprachkurs machen kann)? Ein sehr offenes Land, dieses Dänemark.

Am Freitag hab ich nicht wirklich was gemacht, ausgepackt, aufgeräumt…
Am Samstag hab ich dann mit Nathalie eine Fahrradtour gemacht. Erst sind wir zum Schloss Amalienburg geradelt und haben der königlichen Limousine die Vorfahrt genommen :D und dann sind wir zum Kastellet gedüst. Da haben wir lecker gepicknickt und geschnackt. Das Wetter ist immer noch wahnsinnig gut, warum nur? Aber mir soll’s recht sein! Abends haben wir dann fünf Folgen Gilmore Girls geguckt, nachdem wir unsere selbstgebackene Pizza genossen hatten.
Am Sonntag bin ich um neun aufgestanden, hab meine Wäschen in die Maschine gesteckt und bin mit Nathalie zur Skt. Petrikirche (deutsche Gemeinde) gefahren. Die liegt genau in der Innenstadt. Inga, eine andere Freiwillige hatte heute ihre Einführung- sie wird die nächsten 9 Monate in der Kirchengemeinde arbeiten.
Der Gottesdienst war schön und irgendwie hat er mir erstaunlich gut getan. Bekannte Kirchenlieder singen, Beeten, Lesungen, Predigt… Ich hätte nicht gedacht, dass es mir so viel gibt. Aber diese Vertrautheit und das Gemeinschaftsgefühl haben mich wirklich berührt. Nach dem Gottesdienst gibt es in der Skt. Petri Gemeinde immer noch das Kirchencafé. Da gibt es leckeren Kaffee und schöne Gespräche. Ach…und das beste: die Kirche beginnt hier um elf!
Nach diesem schönen Tagesbeginn hab ich dann noch Kuchen gebacken (Nachdem ich nach einigen Schwierigkeiten meine Wäsche aus der Maschine bekommen hab. Es gab irgendwie einen Wasserfehler). Zurück zum Kuchen: ich habe leider eine Wette verloren. Naja und so musste ich dann den Löffel schwingen - ohne Maßbecher und „automatischen Rührer“ (ich weiß leider nicht wie das Ding heißt). Einen Kuchen werd ich morgen auch mit zur Arbeit nehmen.
Sonst gibt es nichts weiter zu berichten. Ich freu mich über Mails und Neues von euch :-)

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