Sonntag, 13. September 2009

Meine Arbeit

Am Anfang war die Arbeit sehr fremd und anstrengend für mich. Ich wusste nicht, was ich tun kann, wo ich helfen kann, wer mich versteht, wer wie eingeschränkt ist...Doch nach zwei Wochen gefällt mir meine Arbeit einfach richtig gut!
Ich liebe die freundliche und offene Atmosphäre im Verahus. Die Bewohner und "Arbeiter" sind so aufgeschlossen und urteilen nicht über einen. Das "unnormale" ist einfach Alltag. Jeder macht was er kann. Hilfe zu brauchen ist keine Schande. Dieser Grundeinstellung ist sehr angenehm. Die sonst so oft den Alltag beherrschende Furcht vor der Peinlichkeit ist nicht vorhanden.
Auch habe ich mittlerweile Aufgaben, die ich erfülle. Es gibt zwei Frauen, die ich immer abwechselnd morgens fürs Frühstück fertig mache. Wecken, auf den Toilettenstuhl setzen, Harnkatheter entleeren, Vorlagen wechseln, duschen, abtrocken, eincremen, Haare machen, anziehen, Zähneputzen... Zwar gibt es besondere Hebevorrichtungen, die wir benutzen, doch die Arbeit ist auch körperlich ziemlich anstrengend. Es ist übrigens gar nicht so einfach jemand anderes die Socken anzuziehen oder die Brille aufzusetzen...
Dann helfe ich beim Frühstück. Ob ich das Essen anreiche oder nur Tee koche, hängt von der Bewohnerin ab. Dann wird gewaschen oder Kaffee gekocht. Die Dänen trinken einfach NUR Kaffee. Und das den ganzen Tag. Ich trinke bestimmt auch 4 Becher pro Tag (nur bei der Arbeit) und das sollte ich ändern. Manchmal gehen wir dann mit einigen BEwohnern spazieren, hören Musik, albern rum, spielen Spiele, puzzeln...Um 12 gibt es Frokost und da gibt es genug die Hilfe brauchen. Nach dem Essen sind die meißten für zwei Stunden in ihrem Zimmer und erholen sich. Es ist also sehr ruhig. Ab und an brauch einer hier und da noch Hilfe....Und um drei bin ich dann fertig und radl wieder nach Hause. Ach...anfangen muss ich um acht. Also schwing ich mich um kurz nach halb sieben aufs Fahrrad. Widerlich früh!
Ab Montag hab ich leider Seminar. Hab mich grad so schön in meiner Stelle eingelebt und schon bin ich eine Woche weg. Naja.Ich freu mich aber jeden Tag auf die lieben und lustigen Leute :-)

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