Kopenhagen ist die Stadt der Fahrräder. Hier gelten ganz andere Gesetze im Straßenverkehr. Haben die Fahrräder nicht etwa einen Fahrradweg, nein es gibt zwei Extra Spuren auf der Straße - eine für jede Richtung. Wer als Autofahrer also rechts abbiegen möchte muss erst alle Fahrradfahrer durchlassen und das dauert lange…oft sogar sehr lange. Die Linksabbieger haben also den Gegenverkehr und die Fahrradspur.
Auch gibt es extra Fahrradampeln mit eigenen Grünzeiten und bestimmten Zeichen. Wer etwa rechts anhalten will hebt den linken Arm. Möchte er hingegen links halten hebt er den rechten Arm. Vergisst man es, hat man schnell einen anderen Fahrradfahrer am Rücklicht kleben.
Es gibt unter den Fahrradfahrern genau wie unter den Autofahrern verschiedenste Typen.
Es gibt die Drängler, die in den unmöglichsten Situationen überholen. Die Könner, die einfach zwischen allen hindurch zu gleiten scheinen, die Styler, die sich mehr um ihr Aussehen und das Aussehen ihres Rades kümmern als um die Fortbewegung, die Familienkutschen, die vorne zwei Räder haben und einen großen Kasten in dem meißtens zwei Kinder sitzen, die Trödler, die warten bis jede Ampel rot wird und immer genau in der Mitte der Straße fahren und es gibt die Neuen, so wie mich. Sie staunen über Gebäude und Läden, gucken nach links und nach rechts, sind sich nicht sicher wo sie hin müssen, kennen die Ampelzeiten und Straßennamen noch nicht.
Wer also sagt Kopenhagen sei Ideal zum Fahrradfahren gibt nur die halbe Wahrheit Preis. Man sollte sich schon etwas auskennen und es stimmt: Kopenhagen ist platt, keine großen Steigungen (außer natürlich auf dem Weg zu meiner Arbeit), aber Kopenhagen ist windig. Und was ist da so ne kleine Steigung im vergleich zu einem dänischen Küstensturm?
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