Ich hoffe ihr hattet alle eine schöne Weihnachtszeit, viel Spaß an Silvester und einen guten Start ins Jahr 2010.
Es ist in der Zwischenzeit schon wieder so viel passiert…Aber der Reihe nach.
Weihnachten war ich in Husby. Es war eine wirklich schöne Woche mit viel Familie und Freunden. Ein Highlight war sicherlich auch der Ausritt zwischen den Tagen. Die Woche ging jedoch viel zu schnell um und am 30. bin ich mit Benny auch schon wieder nach Kopenhagen gefahren. Dort habe ich mit ihm und den meisten Freiwilligen ein kaltes aber schönes Silvester erlebt.
Als ich dann nach meinem langen Urlaub wieder angefangen habe zu arbeiten, habe ich mich sehr gefreut Tove und viele der anderen Bewohner wieder zu sehen. Doch nach zwei Wochen im „Verahus“ hatte ich zwei Wochen Seminar.
Mein erstes Seminar war vom EVS (european volontary service - in DK aus organisiert). Zu den Highlights gehörte mit Sicherheit die Führung durch Christiania von einem Gründungsmitglied. Ein sehr beeindruckender Kerl, der in seinem Leben wohl leider etwas viel gekifft hat. Wir haben viel erfahren über Polizeieinsätze, Abfallentsorgung, Finanzierung, Gesundheit, Bildung, Armut, Drogen, den Umgang mit der Natur und die Grundgedanken des Freistaates. Eine solche Führung ist jedem Besucher Kopenhagens nur zu empfehlen.
Sonst wurde, wie auf jedem Seminar über persönliche Herausforderungen und Probleme gesprochen.
Auf meinem Zweiten Seminar von der Diakonie aus lag der Schwerpunkt auf Religion und Glauben, aber es wurde uns mal wieder viel geboten, was nicht mit Kirche im strengen Sinne zu tun hat. Angefangen über Eislaufen, bis hin zu tollen Gastrednern, die uns über Werte, Abhängigkeiten, Alkoholismus und vieles andere Informiert haben, Erste Hilfe Kurse, bis hin zu einem Besuch in der Kopenhagener Oper. Gespielt wurde „Carmen“- eine französische Oper mit dänischen Untertiteln.
In der Zeit meiner Seminare war Tove (Bewohnerin des Verahus) mit einem Pfleger in Thailand. Die Fotos sind mal wieder wahnsinnig schön. Tove im Pool, Tove beim Cocktail trinken, Tove auf einem Elefanten reitend…
Die Arbeit bringt viel Routine mit sich, macht aber Spaß und ich habe das Gefühl etwas Sinnvolles zu tun. Das erleichtert einiges.
Neben der Teilnahme an einem „Listening-Circle“ (bei Interesse gerne nachfragen, und ja es ist ziemlich verrückt), einem Besuch von Benny, einem Cocktailabend und vielen gemütlichen Hygge-Abenden mit Nathalie ist nicht viel passiert.
Nur der gestrige Tag hat diesen winterlichen Trott unterbrochen und zwar mit einer Tour nach Malmö!
Der Plan lautete: am Samstag pünktlich um elf fahren Nina, Moritz, Nils, Simone (eine Freiwillige aus Fynen von einer anderen Organisation) und ich mit Ninas altem Mazda nach Malmö. Doch das ganze Unterfangen drohte nicht nur an der Unpünktlichkeit einiger Teilnehmer, sondern auch an Ninas Auto zu scheitern. Es sprang einfach nicht an. Selbst mit Überbrückungshilfe und jeder Menge Anfeuerungen schaffte er es nicht.
So fuhren wir zum Bahnhof, kauften schnell die Tickets und saßen drei Minuten später im Zug nach Malmö. Weitere 30 Minuten später standen wir alle auf schwedischem Boden. Wir hatten es geschafft ;-)
Der Tag sollte trotz des ungelungenen Starts zu einem vollen Erfolg werden.
Für alle unwissenden noch einige Infos: Malmö ist mit seinen 250.000 Einwohnern nach Stockholm und Göteborg die drittgrößte Stadt Schwedens. (Zum Vergleich: Kopenhagen hat 1,6 Mio Einwohner.)
Wir begannen unsere Stadttour mit dem Besuch der St. Petri Kyrka. Eine wirklich hübsche Kirche mit sonderbar vielen deutschsprachigen Tafeln an den Wänden.
Weiter wanderten wir durch die Stadt und kamen so gleich in die Altstadt Malmös. Doch bevor wir uns richtig umsehen konnten, meldete sich der Hunger und wir gingen zu einem Italiener, wo man schon mal in Schweden ist ;-). Das Essen war aber lecker und wir genossen es mal nicht selber kochen zu müssen. Nach unserem ausgiebigen Mahl machten wir uns wieder auf den Weg. Wir bewunderten alte Fachwerkhäuser und die Gemütlichkeit und Ruhe dieser Stadt. Dann ging es in ein Shoppingcenter und ich kaufte mir gleich spontan ein Paar Schuhe. Moritz fand eine Jeans und der Rest staunte nur über die im Vergleich zu Kopenhagen so günstigen Preise. Bei Vero Moda kostete eine Jeans 500 dänische oder 500 schwedische Kronen. Die dänische Krone wechselt sich 1:7,5, die schwedische 1:10. Sprich in Dänemark würde die Jeans fast 70 und in Schweden nur 50 € kosten. Auf Grund der schwachen schwedischen Krone leben überdurchschnittlich viele Dänen in Malmö, arbeiten aber in Kopenhagen. Wer einen ausländischen Partner hat, den zieht es, auf Grund der im Vergleich zu Dänemark liberalen Einwanderungspolitik Schwedens, nach Malmö.
Zurück zu unserem Städtetrip. Zwischendurch hatten wir uns mit Kaffe und Muffin wieder gestärkt. Wir werden immer Dänischer. Kein Tag ohne Kaffe!
Und dann wurden wir Zeuge einer komischen Situation.
Scientology warb mit einem kostenlosen Stresstest. Warum sich nicht mal anhören, was die Pappnasen zu sagen haben? Die ganze Aktion war dann doch erschreckender als gedacht. Eine deutschsprachige junge Frau teste erst mich- ohne Erfolg. Ich scheine wohl kein Stressmensch zu sein :D und dann Moritz, bei dem es genauso wenig klappte. Und dann fingen Moritz und ich an mit ihr über die Ideen von Gemeinschaft und Lösungen von Problemen zu diskutieren. Und sie fing uns schnell an leid zu tun, da sie es nie schaffte auf unsere Argumente einzugehen oder Fragen von uns ausreichend zu beantworten. Das schlimmste war jedoch, das sie erst 16 war und seit einem Jahr in Kopenhagen wohnt. Sprich Schule geschmissen und in ein anderes Land um dann auf der Straße zu sitzen und Scientology zu unterstützen. Zum Abschied haben wir ihr noch Gottessegen und alles Gute gewünscht. Hoffen wir mal es hilft!
Am Ende des Abends landeten wir in einer sehr gemütlichen Bar mit dem Namen „Moose - Club“- sehr passend! Unsere letzten Kronen wurden gezählt und es reichte für drei Cocktails und zwei Gläser Wein. Also wurde bestellt und genossen J Zu erwähnen wäre vielleicht noch, dass wir draußen saßen und von oben und links und rechts und überall große Heizstrahler für eine angenehme Wärme sorgten. Es war also super hyggelig. Ans Klima haben wir da einfach mal kurz nicht gedacht…
Alles in allem war der Tag einfach richtig cool. Wir waren alle in Urlaubsstimmung und haben Schweden sehr genossen. Als wir gegen halb zwölf zurück in „good old danmark“ waren freuten wir uns, die Menschen wieder halbwegs verstehen zu können und endlich in unsere warmen Betten zu steigen.
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Guten Tag Wiebke...
AntwortenLöschenDu scheinst Ja Letztes Jahr hier gewesen zu sein.
Fals du mal hier noch reinschaust
www.mein-danemark-jahr.blogspot.com
Also wenn ihr diesen Internetvertrag "Ausgehandelt" habt..... würde mich freuen wenn du dich mal bei mir meldest arbeite nämlich auch im Verahus... zwar im 1. Sal .. macht aber hoffentlich nix...
Viel Spaß noch so! Nils